Die MS ist eine chronische, lebenslange Erkrankung. Nach den bisherigen Studien ist die Lebenserwartung im Durchschnitt um 5-10 Jahre reduziert. Im Durchschnitt liegt nach 30 Jahren die Gehstrecke bei 5 m. Diese Daten führen aber zu einer Überschätzung der Beeinträchtigung durch MS, da hier vor allem Daten von Patienten, die sich in großen Studienzentren vorstellen, ausgewertet wurden. Deshalb geht man generell davon aus, dass die Lebenserwartung bei MS NICHT reduziert ist.

 

2. Wie verläuft die MS ohne Medikamente?

Die MS ist eine chronische, lebenslange Erkrankung.Untersuchungen aus MS-Zentren zeigen, dass die Lebenserwartung um 5–10 Jahre reduziert ist.7 Diese Reduktion wird bei 3/4 der Patienten durch Folgeerkrankungen wie zum Beispiel schwere Infektionen bedingt.

Der Krankheitsprozess der MS führt nur selten zum Tod. Die Überlebenszeit liegt damit insgesamt bei 35–42 Jahren.Nach 15 Jahren sind 50% der Patienten noch gehfähig. Der Zeitverlauf bis zu bestimmten Stufen der Beeinträchtigung nach einer der neusten Studien bei 1.844 Patienten aus Frankreich8 ist in Abb. 1 zusammengefasst.

Nach durchschnittlich 8 Jahren hatten die Patienten einen Beeinträchtigungswert auf der sogenannten Expanded-Disability-Status-Scale (EDSS, siehe Kap. 5, S. 18) von 3,0 („einige Beeinträchtigung“), nach 20 Jahren 6,0 (Gehhilfe für 100m) und nach 30 Jahren 7,0 (5m Gehstrecke mit Hilfe).



Aber - die MS ist besser als ihr Ruf!

Daten zum Verlauf der MS beruhen immer auf Untersuchungen mit den Patienten, die sich in den Zentren vorstellen.Viele Patienten mit sehr geringen Beschwerden stellen sich aber nie in Zentren vor. Insofern muss man davon ausgehen, dass die MS besser ist als ihr Ruf9. Dennoch können die Angaben zur Entwicklung von Beeinträchtigungen als Orientierung angesehen werden.

 

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