Allgemein gilt, dass alle Auswertungen von Studien nur Schätzwerte liefern. Ob diese Effekte in Wirklichkeit so eintreten, kann nicht sicher gesagt werden. Auch bei einem so genannten signifikanten Ergebnis kann der Therapieeffekt in Wahrheit sowohl größer als auch kleiner sein. Insbesondere bei kleinen Studien ist die Gefahr groß, dass die Ergebnisse nur zufällig sind.

 

4. Grundlegendes Studienwissen

Was ist „Evidenz Basierte Medizin (EBM)“?

Die Methode der Evidenz-basierten Medizin (EBM) ermöglicht eine objektive und nachvollziehbare Bewertung medizinischer Studien. Bei dem Begriff Evidenz handelt es sich um ein eingedeutschtes lateinisches Wort, das ursprünglich „Deutlichkeit“, „Klarheit“ meint. Im Englischen meint „evidence“ = Beweis. Zur Überprüfung von Therapien und zur Beurteilung von Therapieempfehlungen benötigt man Studien,welche diese Evidenz, also Beweise für die Wirksamkeit und Sicherheit, erbringen.

Was bedeutet „statistisch signifikant“?

Die statistische Auswertung der Studienergebnisse hat ergeben, dass diese mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht auf dem Zufall beruhen.


Als eine Vereinbarung wird eine Irrtumswahrscheinlichkeit, der sogenannte P-Wert, von maximal 5% als akzeptabel angenommen (p=0,05). Das Risiko, dass ein bestimmtes Ergebnis doch nur zufällig ist, liegt demnach bei 5%. Je mehr Patienten eingeschlossen werden, desto größer ist die Studie. Größere Studien finden tatsächlich bestehende Unterschiede zwischen zwei Gruppen leichter heraus. Bei größeren Studien ist auch die Möglichkeit größer, kleine Therapiewirkungen nachzuweisen und so ein „signifikantes“ Ergebnis festzustellen. Mit der Größe der Studie sinkt auch das Risiko, einen vorhandenen Unterschied zu übersehen. Diese Wahrscheinlichkeit wird als „Power“ bezeichnet.

Je kleiner eine Studie, desto größer ist das Risiko, nur zufällig ein signifikantes Ergebnis zu erhalten oder aber einen tatsächlich vorhandenen Effekt zu übersehen.

 

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